Materialien zum Workshop Finanzierungslücken, Finanzierungsbedarfe und Finanzierungsformen im Übergang aus der stationären Erziehungshilfen verfügbar

Eine gesicherte finanzielle Situation junger Menschen ist im Übergang aus der Kinder- und Jugendhilfe ins eigenständige Erwachsenenleben schwer zu gewährleisten. Es gibt zahlreiche ungeklärte Fragen der materiellen Förderung junger Menschen bereits während der Hilfe (z.B. Ansparungsmodelle). Weiterhin weist insbesondere die Existenzsicherung im Übergang (Anschlussfinanzierung) gravierende Lücken auf. In einem Online-Workshop der Fachstelle Leaving Care am 13. Juni 2022 von 9 bis 13 Uhr wurden diese Themen beleuchtet. Ziel der Veranstaltung war es, mit Expert:innen im Kontext des Leaving Care in der Kommune unterschiedliche Aspekte zu finanziellen Fragen zu sammeln, zu systematisieren und im Erfahrungsaustausch mit teilnehmenden Fachkräften Lösungsmöglichkeiten vorzustellen und zu diskutieren.

Es wurden vier ausgewählte Themenbereiche durch Inputs von Expert*innen näher beleuchtet. Joachim Schaller (Rechtsanwalt) eröffnete mit einem Beitrag zu elternabhängigen Finanzierungsaspekten, die junge Menschen im Übergang betreffen und ging dabei insbesondere auf Fragen zu BAföG, BAB und Kindergeld ein. Es folgte ein Beitrag zu Ver- und Entschuldung in den Hilfen zur Erziehung, in dem Chantal Brauckhoff (Schuldnerberaterin, ev. Jugendhilfe Bockenem) verschiedene Formen von Schulden sowie Regulierungs- und Präventionsmöglichkeiten erläuterte. In einem dritten Input beleuchtete Claudia Rogoll (Beratung wirtschaftliche Jugendhilfe, Jugendamt Stuttgart), Fragen von Eigentum und Finanzen junger Menschen in den stationären Hilfen. Ansgar Windoffer (ASD, Jugendamt Warendorf) und Heinz-Bernd Mehl-Klein (Leitung, Erziehungshilfe St. Klara) stellten in einem vierten Input das Modell zur Gestaltung gelingender (finanzieller) Übergänge des Landkreises Warendorf vor.

In der folgenden Diskussion wurden drei weitere Themenbereiche eingebracht: Sozialfondsmodelle zur Überbrückung von Finanzierungslücken, Abschaffung der Kostenheranziehung und Beschwerdemöglichkeiten. Abschließend wurde gefragt, wie eine Kinder- und Jugendgrundsicherung für Care Leaver*innen ausgestaltet sein müsste, um das komplizierte und zersplitterte Finanzierungsgeflecht nachhaltig abzulösen und so die gesellschaftliche Teilhabe für alle junge Menschen zu verbessern.

Die Präsentationen zum Workshop können Sie hier herunterladen:

Ver- und Entschuldung (Chantal Brauckhoff)

Eigentum und Finanzen junger Menschen in den HzE (Claudia Rogoll)

Warendorf Gelingende Übergänge (Ansgar Windoffer, Heinz-Bernd Mehl Klein) 

Material Elternabhängige Finanzierungsaspekte im Leaving Care (Joachim Schaller)

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Über die Fachstelle

Das Projekt „Fachstelle: Leaving Care in der Kommune“ unterstützt Kommunen darin, in Kooperation von öffentlichen, freien Trägern und Care Leaver Initiativen eine Infrastruktur für die (Übergangs-)Begleitung von Care Leavern aufzubauen.

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